Chronik der Dorfmusik Rugendorf

Niedergelegt zur 50-Jahrfeier im Jahr 2004

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges und Vertreibung der Flüchtlinge aus dem Sudetenland und Schlesien, kehrte Anfang der 50er Jahre wieder Ruhe und Freude bei den Menschen ein.

So kam es, dass einige Musiker aus Rugendorf, die schon in den 20er und 30er Jahren in Rugendorf Musik spielten, und Flüchtlinge, die in Rugendorf eine neue Heimat fanden und auch begeisterte Musiker waren, sich zusammenfanden, und in einer kleinen Gruppe Musik spielten. Unter der Stabführung von Johann Badstöber, dem Vater der Dorfmusik Rugendorf und den Musikern Andreas Blüchel, Karl Blüchel, Andreas Wohlrath, Konrad Held, Paul Nagel, Manfred Landskron und Bernhard Badstöber, hielt man ab 1954 regelmäßig Musikproben.

Johann Badstöber verstand es junge Musiker zu werben und auch selbst auszubilden, so kamen immer neue Musiker zur Dorfmusik dazu. Die Musiker spielten zu vielen Anlässen in der Gemeinde Rugendorf und wurden durch ihr Spielen auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt, so wurde in Stadtsteinach, Zaubach, Wartenfels, und Seibelsdorf bei Festzügen gespielt.

Dann kam das Jahr 1987. Im Frühjahr erkrankte unser Dirigent Johann Badstöber und verstarb am 9. Juli. Er wurde mit mit großer Anteilnahme der Bevölkerung und vor allem seiner Musiker in Rugendorf zu Grabe getragen.
Durch den Wunsch von Johann Badstöber und vielleicht auch einiger Musiker wurde Georg Weisath
zum Dirigenten bestimmt.

Durch die große Kameradschaft, die durch Johann Badstöber geprägt wurde, scharten sich immer
mehr Musiker um den neuen Dirigenten, wodurch sich auch die Leistungen der Musiker wesentlich verbesserten.

Die ersten Konzerte in Zusammenarbeit mit dem Gesangverein wurden abgehalten, bei denen sich
die Musiker als Orchester oder Solisten vorstellten.

Im Mai 1989 wurde der erste größere Ausflug unternommen. Zusammen mit dem Stammtisch „Schaufelschoner“ ging es nach Berlin. Der Grund dieser Fahrt war der 40. Geburtstag unseres Musikerfreundes Hubertus Vetter. Wir hatten drei herrliche Tage in Berlin, wobei auch eine Musikverbindung geknüpft wurde. So kam es, dass wir im September wieder mit drei Kleinbussen
nach Berlin kamen und dort in Rudow zum Spinnefest der SPD aufspielten. Diese Beziehung, aus der inzwischen eine Freundschaft geworden ist, hält nun schon 18 Jahre und jedes Jahr fahren wir mit Musik und Bier nach Berlin um dieses Fest mit zu gestalten.

Dorfmusik Rugendorf ist jetzt ein eingetragener Verein

Nach über 40-jährigen Bestehen der Dorfmusik Rugendorf als loser Zusammenschluss, beschlossen die Verantwortlichen im Herbst 1995 einen eigenen Verein zu gründen.

„Die Dorfmusik Rugendorf 1954 e.V.“ wurde am 18. Januar 1996 in der Gastwirtschaft Weisath in Zettlitz offiziell gegründet. Vorstand Albert Müller erläuterte, bei der Mitgliederversammlung im Oktober habe man die Vereinsgründung beschlossen. Mit Unterstützung des Kulmbacher Amtsgerichtes wurde eine Satzung ausgearbeitet. Die Dorfmusik Rugendorf 1954 e.V. wurde nun der Nachfolger der Interessengemeinschaft Dorfmusik Rugendorf. Dem neuen Verein gehörten 39 aktive Musiker an. Vorstand war Albert Müller, Stellvertreter waren Karl Blüchel und Ernst Dehler. Als Kassierer fungierte Herbert Schmidt, Schriftführer war Peter Heuschmann, Georg Weisath war als Dirigent für die Musikanten verantwortlich. Das Amt des Jugendsprechers übte Volker Pöhlmann aus, das des Inventarverwalters übernahm unser ältestes Mitglied Arthur Blüchel. Revisoren waren Simone Heuschmann und Udo Blüchel. Dem Ausschuss gehörten Willi Hohner, Dieter Landskron und Horst Wohlrath an.